Was ist ein LEI-Code?
Ein LEI ist ein 20-stelliger alphanumerischer Code gemäß ISO 17442. Jeder LEI ist einem bestimmten Rechtsträger eindeutig zugeordnet und enthält zwei wesentliche Informationsebenen: die Referenzdaten des Rechtsträgers, etwa den offiziellen Namen, die eingetragene Adresse und das Gründungsland, sowie Angaben zu Unternehmensbeziehungen, insbesondere zur direkten und letztlichen Muttergesellschaft. LEIs werden von Local Operating Units (LOUs) vergeben, die von der Global Legal Entity Identifier Foundation (GLEIF) akkreditiert sind
den Aufsichtsbehörden eine einheitliche Kennung fehlte, mit der sich Risikopositionen und Gegenparteirisiken über verschiedene Märkte und Jurisdiktionen hinweg zuverlässig zuordnen ließen. 2012 beauftragte die G20 die Schaffung eines globalen LEI-Systems. Heute sind weltweit mehr als 2,6 Millionen aktive LEIs in über 90 Jurisdiktionen registriert.
Was passiert ohne einen gültigen LEI?
Ein fehlender oder abgelaufener LEI kann unmittelbare Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit eines Rechtsträgers haben. Je nach regulatorischem Rahmen können unter anderem folgende Konsequenzen entstehen:
- Transaktionen können gemäß MiFID II nicht ausgeführt oder gemeldet werden: Wertpapierfirmen und Handelsplätze dürfen bestimmte Transaktionen nicht im Auftrag eines Kunden ausführen, wenn dieser einen LEI benötigt, aber keinen gültigen LEI besitzt. Dies wird häufig mit dem Grundsatz „Kein LEI, kein Handel“ zusammengefasst.
- Derivate können gemäß EMIR oder SFTR nicht ordnungsgemäß gemeldet werden: Für die Meldung bestimmter Transaktionen müssen die beteiligten Gegenparteien über gültige LEIs verfügen. Fehlende oder abgelaufene LEIs können dazu führen, dass Meldungen nicht ordnungsgemäß abgegeben werden können und regulatorische Konsequenzen entstehen.
- Anforderungen im Zusammenhang mit DORA können nicht erfüllt werden: DORA sieht die Verwendung von LEIs zur Identifizierung bestimmter IKT-Drittdienstleister in den Meldungen und Informationsregistern von Finanzunternehmen vor.
- Es können aufsichtsrechtliche Konsequenzen entstehen: Nationale Aufsichtsbehörden in der EU können bei Verstößen gegen geltende regulatorische Anforderungen Maßnahmen und Sanktionen verhängen.
-
Geschäftsbeziehungen können beeinträchtigt werden: Ein fehlender oder abgelaufener LEI kann die Aufnahme einer Geschäftsbeziehung oder die Durchführung einer Transaktion erschweren, wenn Gegenparteien zur Überprüfung der LEI-Gültigkeit verpflichtet sind.
LEI-Anforderungen nach wichtigen EU-Regelwerken
| Regelwerk | LEI-Anforderungen |
|---|---|
| MiFID II / MiFIR (Markets in Financial Instruments Directive) |
LEI erforderlich für bestimmte Rechtsträger, die Wertpapiertransaktionen ausführen oder melden. Handelsplätze und Wertpapierfirmen wenden für bestimmte Gegenparteien den Grundsatz „Kein LEI, kein Handel“ an. |
| EMIR (European Market Infrastructure Regulation) |
Beide Gegenparteien bestimmter OTC-Derivatekontrakte müssen über gültige LEIs verfügen. Der LEI ist Bestandteil der Meldedaten, die an zugelassene Transaktionsregister übermittelt werden. |
| SFTR (Securities Financing Transactions Regulation) |
LEIs werden für die Identifizierung der beteiligten Gegenparteien und anderer meldepflichtiger Parteien benötigt. Wertpapierfinanzierungsgeschäfte wie Repos und Wertpapierleihen müssen mit den erforderlichen LEI-Angaben gemeldet werden. |
| DORA (Digital Operational Resilience Act) |
Finanzunternehmen müssen bestimmte IKT-Drittdienstleister anhand eines LEI identifizieren. Der LEI wird unter anderem in IKT-bezogenen Informationsregistern und Meldungen verwendet. |
| Solvency II / AIFMD / UCITS V |
LEIs dienen zur Identifizierung bestimmter Fonds, Versicherungsunternehmen und Vermögensverwalter in regulatorischen Meldungen an die zuständigen Aufsichtsbehörden. |
| MAR (Market Abuse Regulation) |
LEIs dienen zur Identifizierung von Rechtsträgern in bestimmten Insiderlisten und Transaktionsmeldungen, unter anderem bei Eigengeschäften von Führungskräften gemäß Artikel 19. |
Der LEI bei Rechtsgeschäften: Über den Handel hinaus
KYC und AML
Know-Your-Customer-(KYC-) und Anti-Geldwäsche-(AML-)Prozesse beziehen den LEI zunehmend in die Identifizierung und Überprüfung von Rechtsträgern ein. Ein gültiger, aktiver LEI stellt wichtige Unternehmensdaten wie den Namen, die Registrierungsjurisdiktion und – soweit vorhanden – Unternehmensbeziehungen strukturiert bereit. Dadurch können Prozesse bei der Kundenaufnahme und Due-Diligence-Prüfung effizienter gestaltet werden.
Grenzüberschreitende M&A- und Unternehmenstransaktionen
Bei grenzüberschreitenden Fusionen, Übernahmen und Joint Ventures können LEIs in Transaktionsdokumenten verwendet werden, um die beteiligten Rechtsträger eindeutig zu identifizieren. Nach Abschluss einer Transaktion müssen die betroffenen Rechtsträger ihre LEI-Daten und gegebenenfalls die Angaben zu ihren Unternehmensbeziehungen aktualisieren, damit die neue Unternehmensstruktur korrekt abgebildet wird.
ESG-Berichterstattung und nachhaltige Finanzierung
Die EU-Offenlegungsverordnung (SFDR) und die Richtlinie über die Nachhaltigkeitsberichterstattung von Unternehmen (CSRD) sehen in verschiedenen Zusammenhängen die Identifizierung von Finanzmarktteilnehmern und Unternehmen vor. LEIs können dabei zur eindeutigen Identifizierung von Rechtsträgern in Nachhaltigkeits- und Offenlegungsdaten beitragen.
Öffentliches Beschaffungswesen und öffentliche Aufträge
Mehrere EU-Mitgliedstaaten und internationale Institutionen verwenden LEIs als eindeutige Kennung in öffentlichen Vergabeverfahren, bei Förderanträgen und in weiteren Verfahren. Dies betrifft insbesondere Situationen, in denen die Identität eines Rechtsträgers im Rahmen einer öffentlichen Ausschreibung oder eines öffentlichen Auftrags eindeutig festgestellt werden muss.
Wer benötigt einen LEI?
Ein LEI wird insbesondere von Rechtsträgern benötigt, die regulierte Finanztransaktionen durchführen oder bestimmten regulatorischen Meldepflichten unterliegen. Dazu gehören unter anderem:
- Banken, Wertpapierfirmen und Broker-Dealer
- Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds
- Vermögensverwalter, Fondsmanager und Organismen für gemeinsame Anlagen
- Nichtfinanzielle Unternehmen, die OTC-Derivate zu Absicherungszwecken handeln
- Börsennotierte Unternehmen, soweit für sie entsprechende regulatorische Offenlegungs- oder Meldepflichten gelten
- IKT-Drittdienstleister, die im Rahmen von DORA erfasst werden
- Rechtsträger, die an Wertpapierfinanzierungsgeschäften wie Repos oder Wertpapierleihen beteiligt sind
- Rechtsträger, die an bestimmten EU-Vergabeverfahren teilnehmen
Natürliche Personen benötigen keinen LEI. LEIs werden ausschließlich Rechtsträgern zugeordnet, darunter Unternehmen, Personengesellschaften, Treuhandgesellschaften, staatlichen Stellen und anderen organisierten Einheiten, die nach dem Recht ihrer jeweiligen Jurisdiktion als Rechtsträger anerkannt sind.
So vereinfacht Euronext Direct die LEI-Compliance
Euronext Direct ist die LEI-Vergabeplattform von Euronext Dublin, einer von GLEIF akkreditierten Local Operating Unit (LOU). Als Teil der Euronext-Gruppe verbindet Euronext Direct die Infrastruktur und Expertise eines etablierten Finanzmarktunternehmens mit einem vollständig digitalen Antragsprozess:
- Online-Antrag in wenigen Minuten: Erstellen Sie ein sicheres Konto im Euronext-Direct-Portal, geben Sie die Daten Ihres Rechtsträgers ein und reichen Sie die erforderlichen Nachweise ein.
- Globale Abdeckung in mehr als 90 Jurisdiktionen: Euronext Direct vergibt LEIs an Rechtsträger in mehr als 90 vom Regulatory Oversight Committee anerkannten Jurisdiktionen.
- Kostenlose LEI-Übertragungen: Übertragen Sie Ihren bestehenden LEI kostenlos von einer anderen LOU zu Euronext Direct, ohne den LEI-Code zu ändern oder den aktiven Status zu unterbrechen.
- Jährliches Erneuerungsmanagement: Euronext Direct erinnert Sie vor Ablauf an die Erneuerung und bearbeitet Erneuerungen innerhalb von 24 Stunden.
- Mengenrabatte: Organisationen, die zehn oder mehr LEIs verwalten, erhalten bei Neuregistrierungen einen Rabatt von 33 %.
- Spezialisierter Support: Ein Fachteam für LEIs unterstützt Sie während des gesamten Registrierungs-, Erneuerungs-, Aktualisierungs- und Übertragungsprozesses.
Beantragen Sie Ihren LEI über Euronext Direct
GLEIF-akkreditiert, schnell und weltweit anerkannt.
Weiterführende Literatur
- Überblick über das globale System der Rechtsträgerkennung (LEI)
- So funktioniert das globale LEI-System: Ein umfassender Leitfaden
Häufig gestellte Fragen
Nein. Die LEI-Pflicht gilt nicht pauschal für alle Unternehmen, sondern hängt von der jeweiligen Tätigkeit und den anwendbaren regulatorischen Anforderungen ab. Dazu können unter anderem Banken, Wertpapierfirmen, Fonds und nichtfinanzielle Unternehmen gehören, die OTC-Derivategeschäfte durchführen. Auch für börsennotierte Unternehmen können im Rahmen der MMVO bestimmte LEI-Anforderungen gelten.
Wenn Ihr Rechtsträger Transaktionen durchführt oder Meldungen abgibt, für die MiFID II, EMIR, SFTR, DORA oder andere einschlägige Vorschriften einen LEI voraussetzen, benötigen Sie einen gültigen LEI.
Ein abgelaufener LEI kann ähnliche praktische Folgen haben wie ein fehlender LEI. Je nach anwendbarem Regelwerk können beispielsweise bestimmte Handelsgeschäfte oder regulatorische Meldungen nicht durchgeführt werden oder Geschäftsprozesse mit Gegenparteien beeinträchtigt werden.
Die meisten über Euronext Direct eingereichten LEI-Anträge werden innerhalb eines Werktags bearbeitet. Bei Rechtsträgern, deren Registrierungsdaten problemlos verifiziert werden können, kann die Vergabe auch innerhalb weniger Stunden erfolgen.
Ja, ein Rechtsträger kann auch außerhalb der EU ansässig sein und aufgrund seiner Tätigkeit oder seiner Beteiligung an Transaktionen, die europäischen regulatorischen Anforderungen unterliegen, einen LEI benötigen. Die konkrete LEI-Pflicht hängt vom jeweiligen Regelwerk und der betreffenden Transaktion ab.
Euronext Direct vergibt LEIs an Rechtsträger in mehr als 90 Jurisdiktionen weltweit.
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